Willingen: Himmelsspaziergänge, Gipfelkreuze, Zufluchtsorte und Lieblingsplätze – Wanderexperten geben Tipps, wo im Herbst die besten Aussichtspunkte warten

Hoch oben, weit entfernt von Pflichten und Zwängen, dem Himmel so nah. So viel Landschaft, so viel Natur… An den schönsten Aussichtspunkten ist im Herbst die Fernsicht grandios. Skywalk, Türme, Gipfelkreuze – die Willinger Wanderexperten geben Tipps, wo Besucher jetzt die beste Sicht genießen können.

Darum beschert uns der Herbst die schönsten Aussichten: Bei schönem Wetter sinkt aus der Höhe trockene, saubere Luft nach unten. Im Sommer tragen stattdessen thermische Aufwinde feuchte Luft samt winziger Partikelchen nach oben. Das Ergebnis: ein etwas dunstiger Horizont. Sobald der Winter naht, lässt kalte Luft aus den Tälern Nebel aufsteigen, der die Sicht verschleiert. Im Herbst hingegen ist die Luft klar und die Sicht unvergleichlich. Umso mehr genießen Wanderer den Herbst, da zudem noch die Temperaturen den Anstieg zu den schönsten Aussichtspunkten angenehmer machen.

Ganz nah an den Wolken

Kein einzelner Gipfel, sondern ein ganzer Pfad, verbindet den Musenberg mit dem Mühlenkopf. Ganze 665 Meter weit spazieren Besucher über den Skywalk Willingen und erleben eine Art Himmelsspaziergang. Wie schwebend, in bis zu 100 Metern Höhe ist die Aussicht grandios. Die Wolken scheinen zum Greifen nah – und jeder Schritt eröffnet neue Perspektiven. Wer die längste frei schwingende Hängebrücke der Welt betritt, braucht zu Anfang etwas Mut. Doch dann sind die Eindrücke überwältigend.

In ganz Nord-West-Deutschland gibt es keinen höher gelegenen Aussichtspunkt als die Plattform des Hochheideturms. Oben empfängt die Besucher ein unvergleichliches 360-Grad- Panorama. Das Waldecker Land, das Hochsauerland – der Blick schweift über Berg und Tal, ganze 875 Meter über dem Meeresspiegel. Wer sich die Höhe ganz bewusst machen möchte, nimmt die 241 Stufen hoch zur Aussichtsplattform des Hochheideturms. Doch es geht auch ganz bequem mit dem Fahrstuhl.

Kreuze schmücken die höchsten Gipfel

Aussichtspunkte sind nicht nur Belohnung für den Aufstieg, es sind Lieblingsplätze. Orte, an denen Ruhe einkehrt, der Alltag ganz fern ist und das was wirklich zählt plötzlich klar hervortritt. Oftmals markieren Gipfelkreuze solche Punkte, zum Beispiel auf dem Willinger Orenberg. Schon der Aufstieg ist ein Erlebnis: Durch einen schönen Buchenwald, der im Herbst in allen Farben leuchtet. Wo der Wald sich lichtet, zeigt sich das mit Heidesträuchern bewachsene Hochplateau samt Gipfelkreuz. Kreuze wurden im vorigen Jahrhundert meist errichtet, um Kriegsgefallenen zu gedenken oder um für die Heimkehr der Lieben zu danken. Heute haben die Kreuze für jeden Betrachter eine andere Bedeutung. Für jeden aber sind sie ein Ziel und ein Ort zum Verweilen, um die prächtige Aussicht zu genießen.

Sonnenaufgang am Gipfelkreuz

Kenner empfehlen die Wanderung auf den Kahle Pön zu Sonnenaufgang. Schon der Aufstieg ist ein Mikroabenteuer an sich. Zarter Morgennebel im Tal, Vogelgezwitscher, ansonsten nichts als Stille. Nach einer guten dreiviertel Stunde taucht das Gipfelkreuz auf. Die Bank lädt dazu ein, die Umgebung auf sich wirken zu lassen. In früheren Zeiten war der Gipfel komplett mit Heide bewachsen und trug kaum einen Baum. Daher der Name. Wälder haben Teile des Berges inzwischen zurück erobert. Doch große Heideflächen sind noch erhalten und ermöglichen den weiten Ausblick auf Usseln und weite Teile des Uplands.

Hoch gelegener Zufluchtsort

Schon vor 1000 Jahren haben Menschen auf der Schwalenburg Zuflucht gesucht – und gefunden. Hoch oben auf dem Hegeberg errichteten sie eine große Ringwallanlage mit einer mächtigen Toranlage, die sie vor Feinden schützte. Reste der Wälle sind heute noch zu erkennen. Über die Mauern hinweg hatten sie weite Sicht über Berg und Tal. Eine Sage erzählt, dass dort gutmütige „Hühnen“ gelebt haben, die Menschen bei Gefahr Schutz gewährt haben. Ein Aussichtsturm inmitten der Anlage lädt dazu ein, den Blick weit über das Areal hinaus und über das Upland schweifen zu lassen.

Gipfelerlebnisse am laufenden Band

Willingen und alle seine liebenswerten Dörfer verbindet der Uplandsteig. Die 67 wunderbar wanderbaren Kilometer eröffnen aber auch jede Menge Gipfelerlebnisse. Ob Grotenberg bei Welleringhausen, Sonnenberg bei Neerdar oder Bockelau bei Eimelrod oder „die schöne Aussicht“ Auf‘m Knoll, in der Nähe des Kahle Pön, am Ende jedes Aufstiegs wartet ein besonderer Ausblick. Wer die Tour in drei Etappen aufteilt, erlebt jeden Tag andere beeindruckende Aussichten und neue Perspektiven.

Auch weniger ausdauernden Wanderern erschließen sich Gipfelerlebnisse. Auf den Ettelsberg führt die Ettelsberg-Kabinenbahn, die übrigens komplett barrierefrei ist. Oben auf dem heidebewachsenen Hochplateau befindet sich der Hochheideturm (mit Aufzug). Direkt am Speichersee thront ein riesiger Holzstuhl, den Besucher über wenige Leitersprossen erklimmen können. Ein sehr bekannter Aussichtspunkt ist zudem der Adlerhorst der Mühlenkopfschanze.

Eventkalender

06.10. Comedy-Abend mit Bernd Stelter
08.10 – 14.10. Willinger Wanderwoche
27. – 29.10. Cheat Day – Street Food Festival
04.11. ABBA Tribute Show
11. – 14.01. Winterwandertag
02. – 04. 02. FIS Skisprung Weltcup
24. – 26.05. Bike Festival
22. bis 24.06. EXTREM EXTREM

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Quelle: Susanne Schulten, Tourist-Information Willingen
Fotocredit: Tourist-Information Willingen,©Maik Julemann